Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung 05./06. April 2025 |
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Tagesordnungspunkt: | TOP 2 Wahlen für die Ratsreserveliste von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Köln |
Antragsteller*in: | Mechthild Böll |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 01.04.2025, 09:02 |
B28: Mechthild Böll
Selbstvorstellung
Liebe Kölner Grüne,
vor 3 Jahren bin ich in den Kölner Rat nachgerückt und bewerbe mich nun bei euch für eine weitere Ratsperiode. Ich bin seit knapp 2 Jahren die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion und arbeite außerdem an den Themen Migration, Schule, Jugend. Das würde ich in den nächsten Jahren gerne weiterführen und bitte um eure Stimme.
Denn es gibt Einiges zu tun
Ganz vorne in der Dringlichkeit steht die Verbesserung der Lage der Suchtkrankenin dieser Stadt sowie die Prävention. Wir haben bereits viele Hilfsangebote auf den Weg gebracht, die wirken. Und doch müssen wir noch besser werden und aktuellen Bedarfen gerecht werden.
Die psychische Gesundheit von Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen, gibt uns eine große Aufgabe für die nächsten Jahre. Die Belastungen und Erkrankungen nehmen zu. Wir sind gefragt in Köln, Hilfs- und Präventionsangebote auszuweiten.
Die Gesundheit von geflüchteten Menschen, die in Köln angekommen sind, braucht unsere besondere Sorgfalt. In Köln haben wir bereits einige Leuchtturm-Angebote wie die Mindeststandards für Geflüchtete, die z.B. eine aufuschende Gesundheitsvorsorge besonders für Schwangere, Neugeborene, Kinder und chronisch kranke Menschen in den Unterkünften vorsieht. Wir haben Leitlinien, die es immer weiter zu verbessern gilt, um an einer inklusiven Kölner Gesellschaft zu arbeiten und Menschenrechte, Kinderrechte und Gewaltschutz für Geflüchtete zu sichern.
Der Anonyme Krankenschein ist eine wichtige Errungenschaft der Kölner Grünen – ein Gemeinschaftswerk der aktuellen Ratsfraktion. Wir konnten ihn aktuell weiterführen, aber er ist noch lange nicht fest verankert im Haushalt und nicht in der Mittelfristigen Finanzplanung. Das müssen wir noch schaffen! Denn er ist die notwendige Bedingung sowohl für Zugewanderte ohne Papiere, um eine menschenwürdige Behandlung im Krankheitsfall erhalten können, als auch für Menschen, die aus der Krankenversicherung herausgefallen sind und z.B. auf der Straße leben. Auch in der Suchthilfe stellt er einen wichtigen Baustein dar.
Gesundheit neu denken
Die sich verändernde Demographie und der Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen sollte als Chance gesehen werden, um an einer echten Transformation zu arbeiten. Kommunal haben wir hier interessante Ansatzpunkte:
(1) Wir benötigen im Gesundheitssektor neue, niedrigschwellige, wohnortnahe Beratungs- und Anlaufstellen in Quartieren und Stadtteilen. Damit entlasten wir die hochspezialisierten Krankenhäuser und Arztpraxen. Ich möchte intensiv daran arbeiten und in verschiedenen Stadtteilen zusammen mit den fachspezifischen Akteuren, den Bezirksvertretungen und der Zivilgesellschaft Neues auf den Weg bringen – Caring Communities in den Stadtteilen.
(2) Die Krankenhäuser sind genötigt, sich modern, digital und arbeitnehmer*innenfreundlich aufzustellen. Sie verändern sich schnell. Darin wollen wir und will ich sie mit Hochdruck in den Aufsichtsgremien unterstützen.
(3) Eine stärkere Verzahnung unserer diversen Gesellschaft mit dem Gesundheitswesen ist auf struktureller Ebene erforderlich. Das betrifft z.B. mehr sprachliche Vielfalt und auch einfache Sprache im Gesundheitswesen, aber auch die fachspezifische Sprachförderung für Zugewanderte und die kultursensible Pflege von kranken, pflegebedürftigen und alten Menschen.
Chancengleichheit
Neben der Gesundheit treibt mich noch dieses Thema um: Kinder und Jugendliche als auch Menschen, die in Armut leben, müssen im besonderen Fokus der Politik liegen. Das Streben nach Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit ist der Hauptmotivator meiner politischen Arbeit. Von der Bewältigung der äußeren Krisen mal abgesehen, ist es die kleiner werdende soziale Schere, die zu Frieden, Gewaltfreiheit, Glück und Gesundheit einer Gesellschaft führt und die Demokratie erhält. Große Worte, doch ohne diese Vision komme ich jedenfalls nicht aus.
Daher gilt: bei der extrem angespannten finanziellen Lage der Stadt Köln müssen die Finanzen nachhaltig aufgestellt werden. Und gerade das bedeutet in die Kinder, in Prävention, in das soziale Leben und in die Gesundheit in dieser Stadt zu investieren!
Zusammen. Für die Stadt.
Eure Mechthild
Zu meiner Person
Beruflich arbeite ich als geschäftsführende Vorständin in einem Verein mit 32 Mitarbeitenden, den ich als gemeinnützigen Start Up vor einigen Jahren gegründet und aufgebaut habe.
Ich habe Geschichte und Volkswirtschaft studiert, vorher eine Ausbildung zur Pflegefachkraft gemacht und 20 Jahre im Gesundheitssystem gearbeitet - davon 10 Jahre als Geschäftsführerin eines Bundesverbandes.
Meine Grünen Ämter und Aufgaben:
- Sprecherin der Ratsfraktion für Gesundheitspolitik
- Mitglied im Gesundheitsausschuss, Integrationsrat, Ausschuss für Schule und Weiterbildung, Jugendhilfeausschuss (SE), Runder Tisch für Flüchtlingsfragen
- Kuratorium des Krankenhauses Porz am Rhein, Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft der Stadtwerke Köln (WSK)
- 2019-2023 (Co-) Sprecherin im Ortsverband Lindenthal
- 2018-2021 Personalentwicklungskommission
- Alter:
- 60
- Beruf:
- Geschäftsführende Vorständin einer Kölner NPO