Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung 05./06. April 2025 |
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Tagesordnungspunkt: | TOP 2 Wahlen für die Ratsreserveliste von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Köln |
Antragsteller*in: | Michelle Achour |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 25.03.2025, 14:02 |
B17: Michelle Achour
Selbstvorstellung
Liebe Freundinnen und Freunde,
Köln ist eine Stadt der Vielfalt und des Miteinanders – eine Stadt, die allen eine Heimat bieten sollte, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren Lebensumständen. Doch die Realität sieht für viele Kinder und Jugendliche anders aus. Ich bewerbe mich für einen Platz auf der Ratsreserveliste, um eine Stimme für diejenigen zu sein, die in unseren politischen Strukturen oft überhört werden.
Wer ich bin und wofür ich stehe
Mein Name ist Michelle Achour, ich bin 24 Jahre alt und studiere Lehramt für Sonderpädagogik. Seit dreieinhalb Jahren habe ich in Köln meine Heimat gefunden – eine Stadt, die ich lieben gelernt habe und die ich mit euch gemeinsam noch gerechter und lebenswerter gestalten möchte.
Mein Weg hierher war nicht geradlinig. Mit 13 Jahren kam ich in eine Jugendhilfeeinrichtung – eine Erfahrung, die mich zutiefst geprägt hat und mir eine Perspektive ermöglicht, die in unseren politischen Räumen selten vertreten ist.
Diese Lebenserfahrung treibt mein politisches Engagement an. Seit 2019 bin ich Grünen-Mitglied, 2023 durfte ich als Fraktionsvorsitzende im Kölner Studierendenparlament wirken, und seit November 2024 leite ich als Sprecherin die Grüne Jugend Köln in einer herausfordernden Phase der Neustrukturierung. Diese Aufgabe hat mir gezeigt, wie viel wir bewegen können, wenn wir gemeinsam für unsere Überzeugungen einstehen und bereit sind, neue Wege zu gehen.
Meine Herzensthemen für Köln
Soziale Gerechtigkeit als Fundament
Soziale Gerechtigkeit ist für mich nicht nur ein politisches Schlagwort, sondern eine gelebte Notwendigkeit. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr wir als Gesellschaft davon profitieren, wenn wir Barrieren abbauen und Chancen eröffnen.
In der kommunalen Jugendhilfe sehe ich enormen Handlungsbedarf. Viele Familien haben Angst sich Unterstützung zu holen oder müssen viel zu lange darauf warten. Den Jugendlichen fehlt es an Zuwendung, aber auch an Rückzugsorten oder schlicht an Möglichkeiten für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Wir brauchen ausreichend Personal im Jugendamt, um Familien frühzeitig und wirksam unterstützen zu können. Wir müssen die Arbeits- und Lebensbedingungen in Jugendhilfeeinrichtungen verbessern, um die engagierten Betreuer*innen zu entlasten und den Jugendlichen Zukunftsaussichten aufzuzeigen.
Bildungsgerechtigkeit verwirklichen
Als angehende Sonderpädagogin liegt mir besonders am Herzen, dass alle Kinder und Jugendlichen in Köln eine Schule besuchen können, die ihren Bedürfnissen gerecht wird und sie optimal fördert. Der Ausbau von Gemeinschaftsschulen muss weiter vorangetrieben werden, denn sie bieten die Chance, soziale Segregation zu überwinden und ein gemeinsames Lernen zu ermöglichen.
Wir brauchen dringend mehr inklusive Schulen – nicht nur auf dem Papier, sondern mit entsprechender räumlicher und personeller Ausstattung. Ich möchte mein Fachwissen einbringen, um gemeinsam mit allen Beteiligten Konzepte zu entwickeln, die Inklusion wirklich lebbar machen.
Klimaschutz muss dabei konsequent mitgedacht werden: Trinkbrunnen und Beschattung auf Schulhöfen, mehr Grün statt versiegelter Flächen, energetische Sanierung von Schulgebäuden – all das sind Maßnahmen, die nicht nur dem Klima, sondern auch der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Kinder, und damit unmittelbar unserer Gesellschaft dienen.
Kommunale Infrastruktur für Kinder und Jugendliche
Kommunalpolitik beeinflusst das Leben der Menschen direkter als jede andere politische Ebene. Genügend Kitaplätze in allen Veedeln, qualitativ hochwertige Spielplätze, vielseitige Angebote in den Jugendzentren – das sind keine Luxusgüter, sondern Grundlagen für ein chancengerechtes Aufwachsen.
Ich möchte im Rat dafür kämpfen, dass wir diese Infrastruktur nicht nur erhalten, sondern gezielt ausbauen und qualitativ verbessern. Jeder Euro, den wir hier investieren, zahlt sich mehrfach aus – für die Kinder und Jugendlichen selbst, für ihre Familien und letztlich für unsere gesamte Stadtgesellschaft.
Warum ich jetzt kandidiere
Die vergangene Bundestagswahl hat gezeigt, dass wir es nicht mehr schaffen, junge Menschen ausreichend anzusprechen. Das müssen wir ändern, denn gerade wir Grünen haben die besten Ideen für eine lebenswerte Zukunft. Ich möchte eine Brücke bauen zwischen unterschiedlichen Lebenswelten und zeigen, dass grüne Politik nicht abgehoben ist, sondern direkt bei den Menschen ansetzt.
Ich bringe eine Stimme und Perspektive ein, die in politischen Debatten oft untergeht. Als jemand, die das System der Jugendhilfe von innen kennt, als Studentin, die sich mit den Herausforderungen inklusiver Bildung beschäftigt, und als junge Frau, die weiß, was es bedeutet, trotz widriger Umstände ihren Weg zu gehen, möchte ich im Rat für all jene sprechen, deren Stimmen zu selten gehört werden.
Gemeinsam mit unserer OB-Kandidatin Berîvan Aymaz möchte ich dafür kämpfen, dass wir weiterhin stärkste Kraft in Köln bleiben und unsere Vision einer gerechten, klimafreundlichen und lebenswerten Stadt umsetzen können. In einer Zeit, in der rechte Kräfte erstarken, brauchen wir mehr denn je eine Politik, die zusammenführt statt zu spalten, die Teilhabe ermöglicht statt auszugrenzen.
Ich bitte euch um euer Vertrauen und eure Stimme, um gemeinsam für ein Köln zu arbeiten, das wirklich allen eine Heimat und Zukunft bietet.
Liebe Grüße,
Michelle
Bei Fragen schreibt mir doch gerne eine Mail michelle.achour@gj-nrw.de :)
- Alter:
- 24
- Beruf:
- angehende Sonderpädagogin